Begriffserklärungen

Bedürfnisse

Bedürfnisse lassen sich erklären als Enerigequellen in uns, die regelmäßig genährt werden müssen, damit sie uns mit Lebens-Energie versorgen können.
Das eine bedingt demnach das andere – und umgekehrt:
Je mehr diese(r) Energiequellen genährt sind, umso mehr Lebens-Energie haben wir.
Und umso mehr Lebens-Energie wir haben, desto einfacher fällt es uns, unsere Bedürfnisse zu nähren.

Echtes inneres Ja

Bei einem echten inneren Ja sind Sie innerlich vollkommen zufrieden, Sie haben keine Bedenken, keinen Widerstand und spüren weder Frust noch Resignation, wenn Sie nun “Ja” sagen.

Gefühle

Gefühle werden natürlicherweise verursacht von Bedürfnissen: sie sind die Botschafter, die Nachrichtenüberbringer der Bedürfnisse.

Dabei bedeuten angenehme Gefühle wie etwa Freude “Im Moment läuft etwas gut, im Moment werde ich genährt.”; unangenehme Gefühle wie Frust sagen: “Hier läuft gerade etwas schief, ich werde nicht genährt.”.
Angst teilt uns mit: “Vorsicht, da kommt etwas auf uns zu, dass uns schaden könnte.”

Ohne Gefühle – ohne dass die Bedürfnisse eine Möglichkeit hätten zu kommunizieren – blieben unsere Handlungen ein Ratespiel, wir hätten keine Möglichkeit zu unterscheiden, ob Umstände und Handlungen uns gut tun oder nicht.

Gefühle sind, genauso wie Bedürfnisse, allen Lebewesen zueigen.

Gemeinschaft

Gemeinschaft zeichnet sich durch das Interesse aus, dass es allen Teilen gut geht.
Dieses Interesse geht von jedem einzelnen aus und betrifft alle – also wiederum jeden einzelnen.

In Gemeinschaft ist es möglich zu lernen, zu wachsen, seine Persönlichkeit zu entfalten.

Eine Gemeinschaft leitet sich selbst; hierzu kann jeder Mensch mit seinen persönlichen Interessen, Kenntnissen und Fähigkeiten und nach seinem eigenen Maß beitragen. Regeln werden im Konsens aufgestellt oder im Konsens abgeändert. Jede Stimme zählt.
Autoritäten – Menschen, deren Stimme auf einem Gebiet mehr Gewicht hat, als die anderer – werden nicht etwa für einen längeren Zeitraum vorbestimmt, sie gehen projekt-und handlungsbezogen aus einer Situation hervor und werden hierin von den anderen bestätigt.

Es besteht das unbedingte Vertrauen, dass Menschen nur dann an einer Entscheidung mitwirken, wenn diese ein persönliches Interesse daran haben und ihre Kompetenz für ausreichend erachten, um beizutragen.

Schließlich kann eine Gemeinschaft auf einen stetig wachsenden Schatz von Erfahrungen zurückgreifen: Sowohl auf unmittelbare Anlässe zum Innehalten und Würdigen von Handlungen, die ihren Mitgliedern etwas gaben, als auch auf gemeinsam überstandene Krisen und Konflikte, in denen jede/r als Teil des Ganzen geachtet wurde und sich an der Problemlösung beteiligen konnte.

So bedeutet Gemeinschaft immer auch ein Stück Geborgenheit, ein Stück Zuhause.

Individuation

Persönlichkeitsentwicklung, Persönlichkeitsentfaltung.
Hierzu gehören einerseits Möglichkeiten, Kentnisse und Fähigkeiten zu erlernen, die den Interessen der Person entsprechen und seiner Entfaltung dienen, andererseits ein Handeln aus dem sich stets weiterentwickelnden Bewußtsein, dass Menschen aufeinander angewiesen sind.

Konsens

Übereinstimmung. Vollkommenes Einverständnis aller Beteiligten mit einer vorgeschlagenen Handlung oder Entscheidung.

Für einen Konsens, für eine Einigung auf Handlungen, die alle gutheißen, sind unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen von Vorteil.
Insbesondere, wenn die Aufmerksamkeit auf die in Meinungen und Sichtweisen meist unbewußt geäußerten Bedürfnisse01 gelenkt wird.

Alle Menschen haben dieselben Bedürfnisse.
Natürlicherweise sind nicht bei allen Menschen dieselben Bedürfnisse zur selben Zeit aktiv, das heißt, zur selben Zeit brauchen nicht dieselben Bedürfnisse bei allen Menschen Nährung.

In einer gegebenen Situation werden also bei verschiedenen Menschen unterschiedliche Bedürfnisse beim Finden des Konsens eine Rolle spielen.

Für einen Konsens ist es notwendig, die verschiedenen Bedürfnisse gleich ernst zu nehmen und zu berücksichtigen. Erst diese mehr oder weniger bewußte und gleichwertige Berücksichtigung der Bedürfnisse aller Beteiligten führt zum Konsens.

Soziale Wirksamkeit

Wirksam sein, Dinge nach eigenen Vorstellungen in Bewegung setzen, ist ein Bedürfnis, das alle Menschen teilen.
Soziale Wirksamkeit bedeutet, Dinge auf solche Weise in Bewegung zu setzen, dass sie die Bedürfnisse anderer mit berücksichtigen, also auch anderen nutzen und dem Gemeinwohl dienen können.